“Gernstl in Griechenland” 17.7.2013

Jul
17
17:00

“Gernstl in Griechenland” am Mittwoch, 17.7.2013, um 17:00 Uhr im Bayerischen Fernsehen

Ziel der Reise von Wenn Franz X. Gernstl, HP Fischer (Kamera) und Stefan Ravasz (Ton) ist Griechenland. Was denken die Griechen über die Krise, im Privaten, fernab der großen Politik? Ist sie sichtbar und wenn ja, wo?

Die Reise beginnt in Antia, am Südzipfel der zweitgrößten Insel Griechenlands Euböa. Das Bergdorf ist so abgelegen, dass die Bewohner ihre eigene Pfeif-Sprache entwickelt haben. In früheren Zeiten warnten sie sich so vor Feinden.

Vor der Krise hat es sie nicht bewahrt – auch ihnen sollen finanzielle Zulagen gestrichen werden. Franz X. Gernstl möge bei Angela Merkel daher bitte ein gutes Wort für sie einlegen. Der alte Mann lacht, nachdem er das gesagt hat. Dennoch spürt man, wie ernst es ihm ist.

Weiter geht es nach Edipsos, einem alten Kurort im Norden der Insel. Vor dem Grand Hotel tagt unter Schatten spendenden Bäumen das “Mikri Vouli”, das “Kleine Parlament”. Hier liefern sich betagte Kurgäste hitzige Wortgefechte. Manchmal kommt die Ambulanz. “Merkel ist super, sie hat ihr Land im Griff”, wirft eine Dame ein und liefert den Beweis gleich nach: “In Berlin hat jeder Baum eine Nummer. Wenn ein Baum krank wird, ruft man an, nennt die Nummer und dann kommt jemand, der den Baum kontrolliert. Wir hingegen wissen nicht einmal, wie viel Beamte wir haben!”

Mit der Fähre setzt das Team von Euböa auf das Festland über. In einem kleinen Ladengeschäft in Athen verkauft Pantelis Melissinos Sandalen. Pantelis ist ein stattlicher Mann mit milden Gesichtszügen: “Im Leben geht es darum, mit dem zufrieden zu sein, was man hat. Das haben die Griechen verlernt. Jetzt bekommen sie die Quittung dafür.” Er meint, was er sagt: Die internationale Prominenz kauft bei ihm ein. Seine Sandalen kosten trotzdem nur 28 Euro das Paar.

Josef Eckert, gebürtiger Bayer, hat drastischere Einblicke. Der griechisch-orthodoxe Priester arbeitet als Seelsorger auf einer Krebsstation: “Dort sterben Menschen, weil die teuren Medikamente nicht mehr bezahlt werden.” Trotzdem habe die Krise auch positive Seiten: “Die Menschen rücken zusammen. Das ist ein urchristlicher Wert.”

“Gernstl in Griechenland” am Mittwoch, 17.7.2013, um 17:00 Uhr im Bayerischen Fernsehen

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