Ein Christkönig für das Stadtmuseum Kaufbeuren

27.3.2020 Kaufbeuren. Im März 2020 erhielt das Stadtmuseum Kaufbeuren eine außergewöhnliche Schenkung einer romanischen Christusfigur. Die Figur stammt aus privatem Familienbesitz und wurde dem Museum durch Alfons Tröber aus Stöttwang übereignet.

Bereits von 1998 bis 2007 war die wertvolle Skulptur zeitweise als Leihgabe im Stadtmuseum Kaufbeuren. Nun wurde die Figur dauerhaft als Schenkung dem Stadtmuseum übergeben, das über eine bayernweit einzigartige Kruzifixsammlung verfügt.

Eine romanische Christusfigur

Die Christusfigur stammt aus der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts. Es handelt sich um eine Skulptur aus der Zeit der Romanik. Charakteristisch für die Kruzifixdarstellungen dieser Zeit sind das knielange Lendentuch sowie auch die nahezu waagrechte Armhaltung.

Die Christusdarstellungen der Romanik zeigen den Gekreuzigten häufig im Typus des sogenannten Christkönigs, der siegreich über den Tod triumphiert. Dies spiegelt auch die zeittypische Königskrone wider, von der heute noch der Kronreif erhalten ist. Die ursprünglich ebenfalls in den Kronreif montierten Zacken sind nicht mehr vorhanden.

Rettung vor dem Ablaugen

Der Museumskustos Wolfgang Sauter war auf die Figur zufällig aufmerksam geworden, als sie in einer Kaufbeurer Malerwerkstatt vollständig abgelaugt und von den vorhandenen Farbaufträgen befreit werden sollte.

Sauter gelang es, den Besitzer davon zu überzeugen, die Farbschichten nicht abtragen zu lassen und veranlasste eine Begutachtung des Stücks durch das Bayerische Landesamt für Denkmalpflege.

Die zuständigen Restauratoren bestätigten, dass es sich bei der Christusfigur um ein schönes Beispiel romanischer Schnitzkunst handelt.

Neuzugang für die Sammlung

Die Museumsleiterin Petra Weber und der ehrenamtliche Museumskustos Wolfgang Sauter freuen sich über den Neuzugang. „Die Figur ist eine wunderbare Ergänzung unserer mittlerweile schon sehr umfangreichen Kruzifixsammlung. Wir bekommen häufig einfache und weniger wertvolle Kreuze angeboten – diese müssen wir meistens aus Platzgründen ablehnen, da wir schon über eine umfangreiche Sammlung verfügen. Die Überlassung eines solch alten und qualitätvollen Stücks ist für uns eine Besonderheit und wir sind Herrn Tröber sehr dankbar für seine großzügige Schenkung der Figur“, so die Museumsleiterin Petra Weber.

In den kommenden Monaten soll der Zustand der Figur von der Restauratorin überprüft werden, zudem soll geklärt werden, wie sich das schöne Stück in die bestehende Präsentation in der Dauerausstellung des Stadtmuseums integrieren lässt.

Petra Weber und Wolfgang Sauter freuen sich über den Neuzugang zur Sammlung: Ein Kruzifix aus der Zeit der Romanik (Foto: Stadtmuseum Kaufbeuren)
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