Bayerns Ministerpräsident Seehofer würdigt Leistung der Sudetendeutschen für Versöhnung und Verständigung in Europa

19.5.2013. Ministerpräsident Horst Seehofer würdigte beim 64. Sudetendeutschen Tag in Augsburg die Leistung der Sudetendeutschen für die gute Entwicklung der bayerisch-tschechischen Beziehungen.

Seehofer: „Nachbarschaft und Freundschaft wachsen aus den direkten menschlichen Begegnungen. Seit vielen Jahren setzen sich die Sudetendeutschen für Versöhnung und Verständigung zwischen Bayern und Tschechien ein. Sie haben Türen geöffnet, durch die wir jetzt in eine gemeinsame Zukunft gehen können. Die Zeit der Sprachlosigkeit zwischen Bayern und Tschechien ist endgültig vorbei!“

Seehofer erinnerte an die beiden ersten Reisen eines Bayerischen Ministerpräsidenten nach Tschechien und den Gegenbesuch des tschechischen Premierministers Petr Nečas Anfang dieses Jahres. „Die Rede von Petr Nečas im Bayerischen Landtag war eine historische Geste der Aussöhnung. Gemeinsam bauen wir unsere Beziehungen aus und gehen den Weg der neuen Offenheit weiter. In einer bayerisch-tschechischen Landesausstellung werden wir uns intensiv mit unserer Geschichte auseinander setzen. Bayern und Tschechien unterstützen gemeinsam die Arbeit des ‚Collegium Bohemicum‘ in Aussig. Die Einrichtung eines bayerischen Verbindungsbüros in Prag wird ein weiterer wichtiger Schritt für die guten Beziehungen unserer Länder sein. In Bayern und Tschechien hat eine neue Ära der Freundschaft begonnen.“

Nach den Worten Seehofers ist es unverzichtbar, die Erinnerung an das Schicksal der Heimatvertriebenen auch für die Zukunft wach zu halten. Mit dem Sudetendeutschen Museum in München entsteht ein herausragendes Zentrum für Geschichte und Kultur der Heimatvertriebenen. Zum landesweiten Gedenktag für die Opfer von Flucht, Vertreibung und Deportation, der ab 2014 in Bayern eingeführt wird, betonte Seehofer: „Bayern verdankt seinen Heimatvertriebenen viel. Mit Können, Fleiß und großer Willensstärke haben sie sich im Freistaat eine neue Existenz geschaffen und zum Erfolg unseres Landes beigetragen. Mit einem landesweiten Gedenktag geben wir gerade für die junge Generation das Signal: Vertreibung ist und bleibt Unrecht. Wir erinnern in Europa an unsere gemeinsame Geschichte, an die Höhepunkte und auch an die dunklen Seiten, um daraus die richtigen Lehren für die Zukunft zu ziehen. Nur wer mit der Kraft zur historischen Wahrheit zurückblickt, kann nach vorne schauen und in aller Welt für Freiheit, Heimat und Humanität eintreten.“

Die Auszeichnung mit dem Europäischen Karls-Preis der Sudetendeutschen Landsmannschaft sieht Ministerpräsident Seehofer nicht nur als Würdigung seiner Verdienste um die bayerisch-tschechische Aussöhnung, sondern vor allem als Auftrag. Seehofer: „Dass ich gemeinsam mit dem großen Aufklärer und Versöhner Max Mannheimer Träger des Karls-Preises bin, nehme ich mit Demut an und sehe darin vor allem den Auftrag, Humanität und Völkerverständigung in die Zukunft weiterzutragen.“

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