Bauen im Außenbereich wird ab September 2013 einfacher

24.6.2013 Lindau (Bodensee) – Ersatzbauten für ehemals landwirtschaftlich genutzte Gebäude im Außenbereich sind laut Baugesetzbuch derzeit nicht möglich. Dies wird sich nun ändern: im aktuellen Bundesgesetzblatt vom 20. Juni wurde verkündet, dass das Baugesetzbuch diesbezüglich geändert wird.

Das Gesetz tritt zum 20. September 2013 in Kraft. Gerade im Allgäu und in Oberschwaben prägen immer mehr verfallene Anwesen das Landschaftsbild. Deshalb hatten sich bereits Ende 2010 auf Initiative von Landrat Elmar Stegmann, Bürgermeister Anton Wolf sowie des Landtagsabgeordneten Eberhard Rotter etliche Landratskollegen und Oberbürgermeister in einem gemeinsamen Schreiben an die jeweiligen Landtags- und Bundestagsabgeordneten gewandt.

Nicht nur Nutzungsänderungen, sondern auch Ersatzbauten unter ansonsten gleichen Voraussetzungen sind demnach zulässig, „wenn das ursprüngliche Gebäude vom äußeren Erscheinungsbild auch zur Wahrung der Kulturlandschaft erhaltenswert ist, keine stärkere Belastung des Außenbereichs zu erwarten ist […] und die Neuerrichtung auch mit nachbarlichen Interessen vereinbar ist.“

„Ich freue mich, dass bei der Novellierung des Baugesetzbuches unsere Forderung berücksichtigt wurde,“ so Landrat Elmar Stegmann. Denn in vielen Fällen ist aufgrund der schlechten Bausubstanz nur noch ein Ersatzbau möglich. „Zusätzliche Flächen werden dadurch jedoch nicht versiegelt,“ versichert Stegmann. „Und das Landschaftsbild wird sich positiv verändern, da viele der betroffenen Gebäude stark baufällig sind.“

Nicht berücksichtigt wurde jedoch die Forderung nach Ersatzbauten für Wohnhäuser gem. § 35 Abs. 4 Nr. 2 BauGB. Auch zukünftig muss hier der Eigentümer (oder Erblasser) das vorhandene Gebäude längere Zeit selbst genutzt haben, ehe es abgerissen und neu errichtet werden kann. In der Praxis ist diese Voraussetzung aufgrund des miserablen Zustands der Gebäude oft nicht oder nur schwer zu erfüllen und die Gebäude verfallen immer weiter. „Eine Änderung wäre auch in diesem Bereich dringend notwendig gewesen,“ bedauert der Landrat und hofft auf eine spätere Berücksichtigung dieser Forderung.

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