31.5.2013 – Höchste Unwetterwarnstufe für den Landkreis Lindau!

31.5.2013 Lindau (Bodensee). Der Deutsche Wetterdienst und die Unwetterzentrale haben die höchste Unwetterwarnstufe für den Landkreis Lindau ausgegeben. Demnach muss bis einschließlich Sonntagmittag mit Regensummen von 100 bis 150 Litern, stellenweise sogar bis 200 Litern pro Quadratmeter gerechnet werden.

Es kann zu Überflutungen, volllaufenden Kellern und Erdrutschen kommen. Bäche und Flüsse können übertreten. Der Straßen – und Schienenverkehr kann stark beeinträchtigt werden.

Der Bevölkerung wird deshalb empfohlen, falls möglich, zuhause zu bleiben.

Folgende Schutzmaßnahmen gilt es laut Unwetterzentrale bei Starkregenfällen zu beachten:

  • Bleiben Sie möglichst zu Hause und vermeiden Sie es, durch flutgefährdete Gebiete zu fahren. Die Infrastruktur (auch Flug- und Schiffsverkehr) kann weiträumig zum Erliegen kommen (Totalausfall des öffentlichen Personennahverkehrs).
  • Schalten Sie ein lokales Radioprogramm (ggf. Batterie-/Akkubetrieb sicherstellen) und/oder das Fernsehen an oder informieren Sie sich im Internet über Hinweise zum Hochwasserschutz.
  • Im Extremfall können Hänge ins Rutschen kommen, Bäume entwurzelt werden, Brücken einstürzen, Straßen weggerissen und Häuser unterspült werden.
  • Bei unvermeidlichen Fahrten mit dem PKW seien Sie bitte äußerst vorsichtig und beachten Sie unbedingt alle Straßensperren oder Verkehrsumleitungen.
  • Informieren Sie Ihre Familie, Freunde oder Bekannte über Fahrtantritt und Fahrziel und versuchen Sie auf keinen Fall, auf überfluteten Straßen zu fahren.
  • Bringen Sie in flutgefährdeten Gebieten Ihr Hab und Gut in Sicherheit und schalten Sie bei drohendem Wassereinbruch, soweit noch gefahrlos möglich, die elektrischen Sicherungen aus.
  • Sichern Sie Öltanks in überschwemmungsgefährdeten Gebieten.
  • Vor allem im Sommer Gefahr von Erkrankung durch Kolibakterien (Durchfallerreger), in Überflutungsgebieten besteht Seuchengefahr. Beachten Sie daher Aufrufe zu Schutzimpfungsmaßnahmen. Im Zweifelsfall unbedingt Wasser abkochen.
  • Versichern Sie sich, dass Sie eine Taschenlampe oder Kerzen haben und ausreichend Trinkwasser- und Lebensmittelvorräte vorhanden sind.
  • Stellen Sie Batterie- oder Akkubetrieb von Radios und Mobiltelefonen sicher.
  • Folgen Sie den Anweisungen der Rettungskräfte, wenn Sie evakuiert werden müssen. Benutzen Sie kein Boot, von dem Sie nicht wissen, ob es sicher ist.
  • Soweit in Ihrer Region Berggebiete vorhanden sind, gilt: Achten Sie auf Anzeichen von möglichen Erdrutschen.
  • Bitte behindern Sie auf keinen Fall Rettungs- und Katastrophenschutzmaßnahmen.
  • Nachbarschaftshilfe: Wenn möglich, vergewissern Sie sich, ob kranke oder pflegebedürftige Menschen in Ihrer Nachbarschaft versorgt werden müssen.
  • Melden Sie versicherungsrelevante Schäden unbedingt umgehend den Behörden (oftmals Sofortprogramme des Bundes und der Länder).

Zuletzt waren 2010 starke Regenfälle im Landkreis Lindau niedergegangen. Damals waren 500 Feuerwehrleute und Mitarbeiter des THW viele Stunden im Einsatz, haben Keller und Wohnungen ausgepumpt und ungefähr 10.000 Sandsäcke eingesetzt. Über 2 Millionen Euro Schaden hatte der Starkregen damals verursacht. „Jetzt rechne ich mit mindestens ebensolch starken Regenfällen wie 2010,“ so Landrat Elmar Stegmann. „Ich bitte unsere Bürger, die Warnung ernst zu nehmen.“

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