Wasserstoff als alternativer Energieträger im Ostallgäu?

15.10.2020 Kaufbeuren. Über 40 Interessierte aus Industrie, Logistik, Entsorgung und Forschung trafen sich am Donnerstag, 8.10.2020 im Landratsamt Ostallgäu, um über die Chancen und Herausforderungen der Anwendung von Wasserstoff in der Region zu diskutieren.

Die Gemeinde Fuchstal, die Stadt Kaufbeuren und der Landkreis Ostallgäu waren letztes Jahr als eine von neun „HyStarter“-Regionen in das „HyLand“-Regionalförderprogramm des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur aufgenommen worden. Dies beinhaltet eine fachliche und strategische Unterstützung.

Gemeinsam konnten sich die Gemeinde im Landkreis Landsberg, die Stadt und der Landkreis im Bewerbungsverfahren durchsetzen und sich damit unter 138 Bewerbern behaupten.

Zu Beginn der Veranstaltung begrüßte Landrätin Maria Rita Zinnecker alle „die aktiv die Zukunft und den Klimaschutz gestalten wollen“ und betonte, wie wichtig es sei, das Thema Wasserstoff in der Region voranzubringen.

Folgende Netzwerkteilnehmer lieferten kurze Impulsvorträge:

NOW GmbH

H2B – Zentrum Wasserstoff Bayern

HyExpert HyAllgäu

BlueFLUX Peißenberg

Lechwerke AG

In drei Arbeitsgruppen wurden die regional spezifischen Herausforderungen bei der H2-Erzeugung, Speicherung, Verteilung sowie der H2-Einsatz in der Mobilität, in der Gebäudetechnik und in der Industrie beleuchtet.

Schnell war klar, dass sehr viele Firmen in der Region vom Automobilzulieferer, über Entsorgungsunternehmen, Energieversorgungs- und Verteilungsunternehmen, Fahrzeugherstellung, Produzenten von Dampfgargeräten, Verpackungsfirmen bis zu Logistikunternehmen und Weitere sich in diesem Thema wiederfinden.

Im Bereich Mobilität reichte die Diskussion von Wasserstoffeinsatz in Bussen, über Personen- und Güterzüge bis zu LKWs und Staplerfahrzeugen auf dem Firmengelände. Einige Teilnehmer waren von der Vielfalt der Möglichkeiten und Detailtiefe der Diskussion überrascht. Einigkeit bestand an diesem Tag darin, dass bei uns enormes Potential von der Erzeugung bis zu mannigfaltigen Einsatzmöglichkeiten vorhanden ist und sich die Region auf einen richtigen Weg begeben hat.

Innerhalb eines Jahres sollen in weiteren Dialogen die möglichen Potentiale für den Aufbau einer Wasserstoffwirtschaft weiter analysiert werden, ein Akteursnetzwerk entstehen und ein regionales Handlungskonzept zum Thema Wasserstoff entwickelt werden. Unterstützt wird der Prozess durch ein Team von Beratungs-Büros verschiedener Fachrichtungen:

Nuts One/Choice GmbH

(organisatorische und inhaltliche Begleitung der Region),

Spilett New Technologies (Projektleitung HyStarter),

Energy Engineers (Technologieauswahl, Marktverfügbarkeit von Technologien),

Reiner Lemoine Institut (Systemoptimierung, Wirtschaftlichkeit, Klimaschutzwirkung),

Becker Büttner Held Consulting (rechtliche Fragen, Risikomanagement, Finanzierung).

Sollte sich der Prozess weiter so positiv gestalten, kann sich die Region vom HyStarter zum HyExpert und HyPerformer entwickeln und damit idealerweise Fördergelder für konkrete Umsetzungsprojekte generieren.

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