Norbert Rasch erhält die Ehrennadel des Landes Baden-Württemberg

16.8.2021 Wangen im Allgäu. Im Kreise von Weggefährten aus dem Fußball, der Stadt Wangen und dem Bürgerforum hat Oberbürgermeister Michael Lang im Auftrag des Ministerpräsidenten die Ehrennadel des Landes Baden-Württemberg an Norbert Rasch überreicht.

„Wir ehren heute mit Norbert Rasch einen verdienten Mann aus unserer Stadt und mit ihm seine Frau Christl Rasch und all jene, die dazugehören“, sagte OB Michael Lang mit Blick auf die Gästerunde.

Oberbürgermeister Michael Lang hat Norbert Rasch mit der Ehrennadel des Landes ausgezeichnet und mit ihm Christl Rasch beglückwünscht. (Quelle: Stadt Wangen im Allgäu Pressestelle /sum)

Er nannte die Kriterien, die Bürgerinnen und Bürger erfüllen müssen, um die Ehrennadel des Landes zu bekommen: Bürger des Landes, die sich durch langjährige ehrenamtliche Tätigkeit in Vereinen oder Organisationen mit kulturellen, sportlichen oder sozialen Zielen oder in vergleichbarer Weise um die Gemeinschaft besonders verdient gemacht haben, können sie bekommen.

Der Adressat müsse sich also durch ehrenamtliches Engagement hervorgetan und sich einer solchen Ehrung würdig gezeigt haben. „Diese Voraussetzungen erfüllen Sie lässig“, sagte OB Lang. Bereits im Frühjahr sei die Entscheidung in Stuttgart gefallen, dass Rasch die Ehrennadel bekommen soll, die Feier wurde in den Sommer verlegt.

„Fußballspielen ist ein schönes Hobby, aber ohne Schiedsrichter gibt es keine Spiele“, sagte Lang.

Dass es in Deutschland hochqualifizierte Schiedsrichter gibt, liege auch an der gut organisierten Arbeit von unten. Abseits des Sports habe Norbert Rasch zwei weitere, für die Stadt Wangen bedeutsame Ehrenämter ausgefüllt. Von 2011 bis 2020 war er der Behindertenbeauftragte der Stadt.

Diese Aufgabe habe er mit unglaublichem diplomatischen Geschick ausgefüllt und immer geschaut, was man für wen tun kann. So habe er beispielsweise einen Menschen mit geistiger Behinderung als Fußballspieler integriert und sich gemeinsam mit dem damaligen Vorsitzenden des Sportverbands Wangen, Gottfried Sauter, für die Fußballturniere der Flüchtlinge engagiert.

Seit 20216 engagiert er sich beim Bürgerforum, wo er den zweiten Vorsitz innehat. „Sie sind damit auch eine wichtige Stütze in der Seniorenarbeit“, sagte OB Lang.

Eindrucksvoll liest sich die auch die Liste des jahrzehntelangen sportlichen Engagements des bis heute – in der AH – aktiven Fußballers, des Schiedsrichters, des Schiedsrichter-Lehrwarts und des Beirats und Kassiers im Sportverband Wangen. Wenn man alle Jahre zusammenrechnet, ergibt sich die stolze Zahl von 144 Jahren im Ehrenamt. „Das muss man erst einmal hinbekommen – und das im Alter von 73 Jahren!“, sagte OB Lang. An Christl Rasch gewandt sagte er: „Das geht nur gemeinsam. Die Auszeichnung gebührt Ihnen beiden!“

Allein 45 Jahre lang unterrichtete Norbert Rasch die Schiedsrichter des Württembergischen Fußballverbands und wies sie in die sich immer wieder verändernden Regeln des Spiels ein. „Eine unglaublich lange Zeit“, wie Laudator Helmut Geyer kommentierte. Er war einer von sechs Schiedsrichter-Obmännern, denen Rasch in seiner Karriere begegnete. Und noch eine unglaubliche Zahl nannte Geyer: Mehr 2000 Schiedsrichter haben von Norbert Rasch gelernt. Sehr früh – mit zehn Jahren – sei bei ihm die Liebe zum Fußball erwacht. So durchlief er alle Altersklassen und spielte zwei Jahre in der Schwarzwald-Bodenseeliga als Vorstopper. „Dies war eine optimale Vorbereitung auf den Schiedsrichter-Job“, sagte Geyer.

Eindrucksvoll sei auch diese Karriere verlaufen, denn als 1978 die Oberliga Baden-Württemberg gegründet wurde und damit die besten Teams aus Nordbaden, Südbaden und Württemberg in einer Liga spielten, war Norbert Rasch von Anfang an als Mann mit der Pfeife dabei. In der zweiten Bundesliga hatte er die Spiele als Linienrichter vom Seitenaus im Blick. Zwar ließ er sich für einen Film zur Schiedsrichter-Werbung gewinnen, den Job als Profi in der Zweiten Bundesliga lehnte er jedoch ab. „Familie und Beruf hatten für ihn Vorrang“, sagte Geyer. Der frühere Schiedsrichter-Obmann schilderte Norbert Rasch als Teamplayer, dem die Kameradschaft sehr wichtig war. Dabei sei er allerdings ein „gefürchteter Binokel-Spieler gewesen, der die Mitspieler bis zur Weißglut reizen konnte“.

Die an diesem Abend an Norbert Rasch übergebene Ehrennadel ist bei weitem nicht die erste Auszeichnung, die der 73-Jährige für seine Arbeit erhielt. Wfv und DFB ehrten ihn im Lauf der Jahre wegen zahlreicher Verdienste um den Fußball. Dass die Ehrennadel des Landes aber etwas Besonderes ist, hob Geyer hervor: „Die Auszeichnung heute ist mehr als verdient“, sagte er.

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