Gewerbsmäßiger Handel mit nicht registrierten Waffen in Vorarlberg geklärt

13.8.2021 Vorarlberg. Das Landesamt Verfassungsschutz und Terrorismusbekämpfung Vorarlberg (LVT), Fachbereich „Internationaler Waffenhandel“, ermittelte seit September 2020 gemeinsam mit deutschen Polizeikräften gegen mehrere Beschuldigte aus Österreich und Deutschland in Zusammenhang mit illegalem Waffenhandel. Nun konnte der Fall erfolgreich abgeschlossen werden.

Hinweis aus Deutschland

Von deutschen Behörden bekamen die Vorarlberger Ermittler die Information, dass diese im Zuge von Erhebungen in anderer Sache auf Hinweise zu einem möglichen illegalen Waffenhandel in Vorarlberg gestoßen wären.

Das LVT übernahm mit den deutschen Polizeikräften die weiteren Ermittlungen.

Waffengeschäft in Vorarlberg

Dabei konkretisierte sich der Verdacht, dass in einem Vorarlberger Waffengeschäft seit Februar 2020 illegale Aktivitäten stattfanden:

Nicht registrierte Faustfeuerwaffen (Pistolen, Revolver) sowie ca. 17.500 Patronen waren an mehrere Personen verkauft worden. Diese hatten zudem keine Berichtigungen derartige Waffen und Munition zu besitzen, zu erwerben oder zu führen.

Es folgten insgesamt vier Hausdurchsuchungen in Vorarlberg sowie sieben in Deutschland.

Hausdurchsuchungen

Hierbei wurden in besagtem Waffengeschäft zehn Faustfeuerwaffen sichergestellt, deren Herkunft nicht eindeutig belegt werden konnte.

Neben Pistolen und Revolvern stellten die Ermittler auch eine Schreckschusspistole sicher, die zu einer funktionsfähigen Schusswaffe umgebaut worden war.

Ebenso in Deutschland stellte die Polizei Waffen und Munition sicher: drei Pistolen, eine zur funktionsfähigen Schusswaffe umgebaute Schreckschusspistole, einen Revolver sowie eine Kipplaufflinte und ca. 17.500 Patronen verschiedenster Munition.

Die Verdächtigen

Die Ermittlungen ergaben, dass ein 39-jähriger Deutscher (Wohnsitz in Deutschland) laut eigenen Angaben alle seine in Deutschland sichergestellten Waffen sowie die Munition über das Vorarlberger Waffengeschäft erworben hatte.

Ein 28-jähriger Österreicher (wohnhaft in Vorarlberg) war die Kontaktperson und hatte die Waffen- und Munitionskäufe vermittelt. Außerdem hatte er auch eine Pistole über das betreffende Waffengeschäft erworben, ohne die nötige Berechtigung zu haben.

Beide Verdächtigen zeigen sich zu den Vorwürfen Großteils geständig. Die zwei Beschuldigten, welche dem Waffengeschäft zuzuordnen sind, streiten hingegen jegliche Beteiligung ab. Alle wurden auf freiem Fuß nach dem Waffengesetz angezeigt, bei der Staatsanwaltschaft Feldkirch als auch bei den zuständigen Bezirkshauptmannschaften.

Das Motiv

Die Ermittlungen in Österreich ergaben keine Hinweise auf einen extremistischen Hintergrund oder etwaig geplante Gewalttaten. Motiv dürfte vielmehr der finanzielle Aspekt sowie eine gewisse „Affinität“ zu Waffen gewesen sein.

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