filmzeitkaufbeuren erhält 2021 den Kulturpreis

9.4.2021 Kaufbeuren. Die filmzeitkaufbeuren erhält in diesem Jahr den Kulturpreis für die unerschrockene Weiterentwicklung ihres Festivals.

Den Kunst– und Kulturpreis der Stadt Kaufbeuren im Jahr 2021 erhält der Verein filmzeitkaufbeuren e.V. in Form des Hermine-Körner-Preises für Darstellende Kunst. Diesen Beschluss fasste der Stadtrat in seiner Sitzung vom 23. März 2021.

Der Stadtrat würdigt damit insbesondere das kuratorische Wirken des Vereins für die Gründung, Konzeption und stetige Weiterentwicklung eines offenen Autorenfilmfestivals mit umfangreichem Begleitprogramm, das die Auseinandersetzung mit dem Medium Film in hoher Qualität nicht nur in der Stadt Kaufbeuren, sondern auch auf überregionaler Ebene ermöglicht.

Der Preisträger

Im Jahr 2008 fand die erste Auflage der filmzeitkaufbeuren statt. Was als Initiative einer losen Gruppierung begann, gründete sich bereits ein Jahr später eingetragener Verein unter demselben Namen. Aus einer kleinen, sehr überschaubaren Veranstaltung schuf das Team ein etabliertes Festival, das sich nicht nur in der Filmszene einen Namen gemacht hat.

Seine Arbeit wird bis heute zu großen Teilen durch ehrenamtliches Engagement organisiert. Professionelle Unterstützung erhält das Festival in den Bereichen Kommunikation, Grafik und Technik.

Von Anfang an achteten die Organisatoren auf die Qualität ihres Angebots, das kurze bis mittellange Filme zumeist junger internationaler Filmemacher*innen unter den Augen einer hochkarätigen Jury auf die Leinwand in Kaufbeuren bringt.

Über die Jahre hinweg wuchs das Autorenfilmfestival an Teilnehmern, Besuchern und Programm: Ein bunter Strauß von Preiskategorien, Genres und Wettbewerben, die Schulfilmzeit, der Videokunstpreis Buronale, der Demokratie-Filmblock, ein Drehbuchpreis sowie ein vielfältiges Begleitprogramm zeugen vom Facettenreichtum der Filmzeit.

Trotz pandemiebedingter Unwägbarkeiten wagte der Verein im vergangenen Jahr mit Kooperationspartnern in Immenstadt und Kempten erstmals die Ausdehnung des Festivals über den Stammsitz Kaufbeuren hinaus ins Allgäu.

Der Kaufbeurer Kunst- und Kulturpreis

Zur Wahl des Kulturpreisträgers 2021 konnten die Bürgerinnen und Bürger der Stadt Kaufbeuren Vorschläge gemäß den Richtlinien einreichen. Während der Vorschlagsfrist im Januar gingen 34 gültige Einsendungen für insgesamt 25 Kandidatinnen und Kandidaten ein.

Der 1979 ausgelobte Kunst- und Kulturpreis der Stadt Kaufbeuren kann in sechs Sparten vergeben werden und ist mit 2.000 € dotiert. Bisher wurden der Jörg-Lederer-Preis für Bildende Kunst und Heimatpflege zehn Mal, der Peter-Dörfler-Preis für Literatur sowie der Ludwig-Hahn-Preis für Musik und der Jugendkulturpreis neun Mal, der Victorin-Strigel-Preis einmal sowie der Hermine-Körner-Preis für Darstellende Kunst nunmehr viermal verliehen.

Die Namensgeberin Hermine Körner

Hermine Körner, geborene Stader, kam am 30. Mai 1878 in Berlin zur Welt. Sie begann ihre künstlerische Laufbahn 1895 am Kaufbeurer Stadttheater, wo sie auch ihren späteren Ehemann, den österreichischen Komiker Ferry Körner, kennenlernte. Sie war u.a. am Burgtheater in Wien und am Deutschen Theater in Berlin sowie als Filmschauspielerin in Wolfgang Schleifs Zarah-Leander-Film „Der blaue Nachtfalter“ (1959) zu sehen.

Am Staatstheater Berlin wurde ihr unter Gustaf Gründgens der Titel „Staatsschauspielerin“ verliehen. 1951 erhielt sie den Kunstpreis der Stadt Berlin und 1956 den Düsseldorfer „Louise-Dumont-Goldtopas“. Sie selbst stiftete den „Hermine-Körner-Ring“, den heute die Sektion Darstellende Kunst der Akademie der Künste in Berlin vergibt. Die Deutsche Bundespost widmete Hermine Körner, die am 14. Dezember 1960 in Berlin verstarb, eine Sonderbriefmarke im Jahre 1976.

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