Alte Medikamente nicht in die Toilette schütten

26.4.2013. Medikamente werden nach der Einnahme häufig in ein Schränkchen gestellt und vergessen. Später kommen sie dann wieder zum Vorschein und man fragt sich, wie die Pillen und Fläschchen entsorgt werden können.

„Auf keinen Fall dürfen diese über Waschbecken oder Toilette entsorgt werden, egal ob es sich um flüssige Arzneimittel oder Tabletten handelt“, sagt Antonie Maisterl von der Abfallwirtschaftsberatung des Landkreises Unterallgäu. Denn auf diesem Weg würden die Medikamente in den Nahrungskreislauf gelangen. Die Kläranlage könne oft nicht alle schädigenden Stoffe herausfiltern.

Verschiedene Studien belegen, dass Arzneien in Oberflächengewässern, im Grundwasser und vereinzelt sogar im Trinkwasser vorkommen, erläutert Maisterl. Auf Mensch und Tier könne sich das negativ auswirken. „Gelangt der Wirkstoff eines bestimmten Schmerzmittels ins Wasser, kann es bei Regenbogenforellen zum Beispiel zu Nierenschäden kommen“, veranschaulicht die Abfallwirtschaftsberaterin. „Beim Menschen zeigt sich durch die Belastung der Gewässer eine ansteigende Bakterienresistenz gegen Antibiotika.“ Der richtige Umgang mit nicht mehr benötigten oder abgelaufenen Medikamenten spiele daher eine wichtige Rolle.

Alte Medikamente können beim Schadstoffmobil kostenlos abgegeben werden. Dieses fährt die Gemeinden im Landkreis viermal im Jahr an, die nächste Sammeltour findet im Mai statt. Alternativ können Medikamente auch über die Restmülltonne entsorgt werden, sagt die Abfallwirtschaftsberaterin. Man sollte jedoch darauf achten, dass keine spielenden Kinder oder Tiere an die weggeworfenen Medikamente gelangen. „Beim Entsorgen sollten die Arzneimittel in ihren jeweiligen Gefäßen und Durchdrückverpackungen (Blister) belassen werden. Die Umverpackung aus Karton sollte aber auf jeden Fall vorher entfernt und zum Altpapier gegeben werden.“

Bei der Entsorgung der Medikamente über das Schadstoffmobil oder die Restmülltonne landen diese im Müllheizkraftwerk und werden dort verbrannt. „Auswirkungen auf die Natur und Umwelt sind damit ausgeschlossen“, betont Maisterl.

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