Abriss der Alten Sporthalle in Wangen steht kurz bevor

23.8.2021 Wangen im Allgäu. Das Interesse an den Entwicklungen zur Landesgartenschau 2024 ist offensichtlich ungebrochen. Ob Regen oder Sonne – bei allen vier Bürgerspaziergang im August haben sich zusammen weit mehr als 100 Bürgerinnen und Bürger von Oberbürgermeister Michael Lang oder dem Geschäftsführer der Landesgartenschau GmbH, Karl-Eugen Ebertshäuser, erklären lassen, was in der verbleibenden Zeit bis zum Eröffnungstag am 30. April 2024 gebaut werden soll.

Auf dem Weg vom Gallussteg zum Stadtgarten sprach OB Michael Lang das Thema Hochwasser in Wangen an und traf damit offensichtlich einen Nerv. Denn die Frage wurde gestellt, ob die Obere Argen genug Platz habe und ob durch die geplanten Maßnahmen mit mehr Hochwasser zu rechnen sei.

Mit Blick auf die Planungen der Experten konnte er diese Frage verneinen. Die Argen wird im Zuge der Revitalisierung im Umfeld der Brücke Bad Briehl und südwestlich von Auwiesen- und ERBA-Areal mehr Platz bekommen, um sich auszuweiten.

An beiden Stellen entstehen zudem Zonen, in denen sich Tiere zurückziehen können, wenn zu viel Wasser von oben kommt. In der Stadt selber wird der 2005 fertiggestellte Hochwasserschutz erhalten bleiben. Die Zuwegung an die Argen im Park bei der Hochwasserente ändert nichts an der Hochwasserabwehr, sagte OB Lang.

Wangen hat Erfahrung mit Gartenereignissen

Auf dem Weg Richtung Festplatz machte die Gruppe Halt im Park am Metzigbach. Er entstand 2007 im Zusammenhang mit der Entente florale, an der sich Wangen erfolgreich beteiligte. „Heute nutzen ihn viele Menschen gerade auch in der Mittagszeit, um etwas zu essen oder sich zu erholen“, sagte OB Lang. Dabei erzählte er auch, dass Wangen sich gemeinsam mit Leutkirch und Isny um die Landesgartenschau 2009 beworben hatte, aber nicht zum Zuge kam.

Schließlich bewarb sich Wangen für die Landesgartenschau 2016 und erhielt sie für 2024. „Heute sind wir froh. Die Fachleute in Stuttgart haben gesehen, was wir da für Aufgaben zu bewältigen haben und dass das nicht schnell zu machen ist“, sagte er.

Die Gruppe überquerte die Klosterbergstraße, deren Neugestaltung im Herbst in Angriff genommen wird. Anstelle der Ampel beim Martinstor wird es einen Kreisverkehr geben. Im weiteren Verlauf wird die Straße attraktiver, als Übergang zwischen Altstadt und Festplatz gestaltet.

Rückbau der Alten Sporthalle beginnt

Auch in diesem Bereich beginnen in Bälde die Bauarbeiten. Die Alte Sporthalle wird in den kommenden Wochen zurückgebaut. „Wir starten früh, damit wir reagieren können, sollten sich unter dem Gebäude Altlasten finden“, sagte er. Derzeit läuft die Entkernung des 1950 als „Provisorium“ gebaute Ausstellungshalle und der Leitungsrückbau. In der kommenden Woche beginnt der Abbau des Gebäudes und dauert bis Ende September. Im Frühjahr 2022 soll die Erschließung und im Sommer dann der Hochbau beginnen.

Bauherr dieser Halle ist der Landkreis Ravensburg. Das Schulzentrum erhält mit dem Neubau eine Drei-Feld-Halle und zwei Gymnastikräume sowie eine Mensa für alle Kinder und Jugendlichen, die in dem Gebiet die Schule besuchen. Die fürs Umsetzen vorbereiteten Bäume können noch eine Weile an Ort und Stelle bleiben.

Der innerstädtische Eingang der Landesgartenschau 2024 wird im Alten Feuerwehrhaus sein. „Ich hoffe, dass dann alle Wangener Dauerkarten haben, denn man sieht das bei den Gartenschauen in diesem Jahr am Bodensee: tagsüber kommen die Gäste und abends die Einheimischen, weil es ein schönes Programm gibt“, sagte OB Lang.

Asia-Imbiss soll im Milchpilz bleiben

Das gesamte Areal wird bis 2024 ein neues Gesicht bekommen. Der Milchpilz wird versetzt in die Platanenallee und soll durch zwei neue Geschwister ergänzt werden. Derzeit wird geprüft, wie er auch in der Bauzeit vom derzeitigen Pächter betrieben werden kann.

Die Stadt würde es gern sehen, wenn er auch weiter im Schulzentrum seine asiatischen Gerichte zubereiten und verkaufen würde, sagte OB Lang.
Vielleicht wird im Sportpark getanzt

Auch auf der Argeninsel und am Gehrenberg beginnen im kommenden Jahr die Bautätigkeiten. Beim Fischpass entsteht ein Kneippbecken. Die Argeninsel wird abgeflacht, sodass der Zugang zum Fluss möglich wird, und die Sportanlagen werden erneuert. Eine Brücke wird künftig von der Hospitalstiftung herüberführen und Radfahrer aus dem Osten der Stadt ins Schulzentrum bringen.

Auf der anderen Argenseite verändert sich das Bild, weil mit dem Aushub, der andernorts entsteht, die Landschaft modelliert wird. So werden die auf dem früheren Zirkusplatz neu entstehenden Beachvolleyballfelder von Hügeln umringt, womit die Nachbarn vor Blickbeziehungen geschützter sind. Der Spielplatz bleibt.

Möglicherweise kommt bei den Umkleiden ein Kiosk und der Möglichkeit, dort im Gartenschaujahr einen Kaffee auszuschenken. Ebenfalls in der Überlegung ist, beim Bahnviadukt einen Basketballplatz, einen Tanzboden und Kraftsportgeräte einzubauen. Dort könnte auch ein Strand angelegt werden.

Der Weg rund um die Sportplätze soll ein wenig verlängert und möglichst auf komplette 1.000 Meter ausgebaut werden, damit die Schulen ihn noch besser für ihre Läufe nutzen können.

„Wir bauen möglichst nichts, was später zurückgebaut werden muss“, sagte OB Lang auf die Frage eines Bürgers. Was geplant ist, sind Daueranlagen, die der Stadt auch nach der Landesgartenschau 2024 bleiben.

Wohnungsbau im Auwiesengelände beginnt

In den Auwiesen werden neue Wohnungen gebaut, ein Teil von ihnen muss einen günstigeren Mietpreis haben als üblich in Wangen. Drei Gebäude auf dem ehemaligen Schneeablageplatz werden sieben bis acht Stockwerke hoch sein. In den benachbarten Arealen entstehen ebenfalls Häuser und Wohnungen.

Fortschritte in der ERBA sichtbar

Sehr beeindruckt zeigte sich die Gruppe von den Fortschritten im ERBA-Gelände. Rund um die üppig grüne Festwiese wird gebaut:

Der Neubau von AVL SET nimmt Gestalt an, das Karderie-Gebäude ist in der Entwicklung, und das Baumwolllager schreitet im Innenausbau voran. In der Neuen Spinnerei ziehen nach und nach die künftigen Bewohner in die 23 Wohnungen und Nutzer der über 5000 Quadratmeter großen Gewerbefläche ein. Das Gerüst ist teilweise bereits abgebaut und lässt den Blick frei auf die attraktive Fassade mit insgesamt 100 Fenstern.

Überlegungen zum Standort für das Gewächshaus der Stadtgärtnerei

Auch im weiteren Gebiet ist der Baufortschritt sichtbar: Bei allen Wohngebäuden geht es voran. Dennoch bleiben noch Aufgaben – beispielsweise für die Stadt, wenn die Werksgärten vom Kanal abgerückt werden sollen oder auch um den Parkplatz im Südwesten des Gebiets anzulegen.

Überlegt wird derzeit, ob nicht dort auch das neue Gewächshaus für die Stadtgärtnerei entstehen sollte. Es könnte dann bei diesem Eingang in die Landesgartenschau auch mit einem Beitrag in die Schau integriert werden.

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