22.4.2013 – Erfundene Unfallgeschichten

23.4.2013. Mit erfundenen Unfallgeschichten versuchen Betrüger derzeit wieder ihre Opfer um ihre Ersparnisse zu bringen.

Im Landkreis Ravensburg mussten seit Sonntag bislang über zehn Fälle der Betrugsmasche verzeichnet werden, wobei es glücklicherweise meist zu keinen Geldzahlungen kam.

Schwerpunktmäßig agierte die Tätergruppierung in Bad Waldsee, wo allein sechs Fälle zur Anzeige gebracht wurden. Betroffen von den Betrugsversuchen waren aber auch die Städte Weingarten und Leutkirch.

Die Vorgehensweise der aus Osteuropa agierenden Tätergruppierung ist dabei stets die gleiche. Die Unbekannten wenden sich telefonisch an Personen, welche aus dem russischsprachigen Raum stammen, und versuchen diese wortgewandt zu einer Geldzahlung zu bewegen. Dabei täuschen sie ihren Opfern in russischer Sprache vor, dass Familienangehörige in einen Unfall verwickelt wurden und nun sofort Bargeld benötigt würde.

Oftmals schlüpfen die Betrüger dabei in die Rolle eines vermeintlichen Anwalts, der die Interessen ihres verunglückten Angehörigen vertrete. In einigen Fällen machen die Täter aber auch nicht davor halt, sich selbst als Angehöriger auszugeben und aufgrund einer Unfallverletzung nur undeutlich sprechen zu können.

Während die überwiegende Zahl der Angerufenen im Laufe des Telefonats noch rechtzeitig Verdacht schöpfen konnten oder die Masche aus den Medien bereits kannten, wurde eine 65-jährige Frau aus Bad Waldsee Opfer der Betrüger. Ein vermeintlicher Anwalt überrumpelte sie damit, dass ihr Sohn verunfallt sei und dabei auch ein Mädchen schwer verletzt habe.
Mit der rechtzeitigen Bezahlung von 5 000 Euro könnten Spätfolgen aber möglichweise noch vermieden werden. Noch während des Telefonats wurde die geschockte Frau von einem Geldabholer aufgesucht, dem sie die Summe aushändigte.

Die Kriminalpolizei Ravensburg bittet sämtliche Personen, denen am Montag zwischen 15 und 15.45 Uhr in der Eschlestraße in Bad Waldsee verdächtige Personen oder Fahrzeuge auffielen, sich unter 0751/803 0 zu melden.

Die Polizei rät dringend davon ab, auf telefonische Geldforderungen Unbekannter zu reagieren. Auch angeblichen „Vertrauenspersonen“ von Angehörigen sollte mit Misstrauen und Vorsicht begegnet und im Zweifelsfall die Polizei informiert werden. Weitere Informationen zum Schutz vor Betrügern erhalten sie auf jeder Polizeidienststelle oder unter www.polizei-beratung.de

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