Schlossparktourismus im Aufwind

22.5.2019 Landkreis Ostallgäu. Bei der Mitgliederversammlung des Tourismusverbandes Ostallgäu hat Landrätin Maria Rita Zinnecker als Vorsitzende eine positive Bilanz gezogen.

Die Ankünfte haben mit 1.423.731 Gästen (+7,3 %) und die Übernachtungen mit 4.600.731 (+3,1 %) neue Höchstwerte erreicht. Besonderes Augenmerk lag im Vorjahr auf der Weiterentwicklung des Erlebnisraums Schlosspark. Hierbei standen der Ausbau des touristischen Netzwerkes, die Erarbeitung einer Kommunikationsleitlinie sowie die qualitative Entwicklung des Rad- und Wanderangebotes im Fokus.

Ausruhen werden sich der Verband und seine Mitglieder auf diesen Erfolgen aber nicht: „Mit der Weiterentwicklung der bisherigen Linie soll die Qualität der Angebote, die Beliebtheit der Region und die Aufenthaltsqualität für die Gäste im Schlosspark weiter gesteigert werden“, sagt Zinnecker.

Der Trend zu vermehrten Kurzreisen setzte sich unterdessen weiter fort. So sank die durchschnittliche Aufenthaltsdauer im Vergleich zum Vorjahr von 3,36 auf 3,23 Tage weiter ab. Positiv ist die Steigerung der Auslastung der Bettenkapazitäten zu werten. Die 26.408 Betten waren 2018 zu 47,73 % ausgelastet. (45,98 % in 2017).

Die Zahlen zeigen laut Landrätin die wichtige wirtschaftliche Bedeutung des Tourismus. Mit einem Bruttoumsatz von 602 Millionen Euro und über 8000 Beschäftigten stellt der Tourismus eine wichtige wirtschaftliche Säule des Landkreises Ostallgäu dar. „Außerdem“, so die Vorsitzende, „kommt die hohe Freizeitqualität auch den Einheimischen zugute und trägt zur Lebensqualität bei, die in Zeiten des Fachkräftemangels immer wichtiger wird.“

Nachdem in einigen Bereichen des Landkreises die Kapazitäten an ihre Grenzen stoßen, ist neben der quantitativen Tourismusentwicklung die Steigerung der Qualität der Angebote von ganz wesentlicher Bedeutung. Mit der erneuten Zertifizierung der RadReiseRegion Schlosspark und der 5-Sterne Qualitätsradroute Schlosspark im Allgäu wurde die Qualität der Radangebote weiter sichergestellt. Nach wie vor ist der Schlosspark mit diesem Angebot im Radtourismus in Deutschland einzigartig. Aber auch die Wanderangebote im Schlosspark werden nun in den Mittelpunkt gerückt.

Weißensee

Mit der Entwicklung des Konzeptes „königlich Wandern im Schlosspark“ im Rahmen eines LEADER-Projektes hat Christa Fredlmeier mit einem neuen Schlosspark-Leitwanderweg und dem Konzept von ergänzenden Ortswanderwegen wichtige Bausteine für ein qualitativ hochwertiges Wanderangebot geschaffen. Ergänzend dazu soll allgäuweit im Rahmen eines LEADER-Projektes ein einheitliches Qualitätsmanagement für Rad- und Wanderwege installiert werden. „Wenn die Basisqualität der wichtigsten Infrastrukturangebote nicht stimmt, sind alle weiteren Maßnahmen im Marketing fast wirkungslos“, wirbt Zinnecker dafür, gemeinsam und kontinuierlich die Qualität der Infrastruktur sicherzustellen.

Die Stärkung der Zusammenarbeit mit allen am Tourismus beteiligten ist für die Entwicklung der Region wesentlich. Mit dem zweiten Tourismusforum wurde der Ausbau des Netzwerkes nach der Premiere 2017 auch im vergangen Jahr fortgeführt und intensiviert. Über 100 Beteiligte erarbeiteten in verschiedenen Workshops und beim Tourismusforum im Festspielhaus Füssen die Schwerpunkte der zukünftigen Tourismusstrategie. „Denn nur, wenn alle an einem Strang ziehen, können wir das Beste für unsere Gäste erreichen und mögliche Synergien nutzen“, sagt Zinnecker.

Dies ist auch der Hintergrund für das Kommunikationskonzept Schlosspark, das Vertreter der touristischen Akteure bei einigen Workshops unter der Federführung von Ingrid Yasha Rösner (Musenkuss und Funkenflug) im Rahmen des LEADER-Projektes „Umsetzung Schlosspark“ erarbeitet haben.

Im Mittelpunkt des Kommunikationskonzeptes stehen die Motive und Bedürfnisse der Gäste nach einer Atempause in einer digitalisierten, kontrollierten und hektischen Zeit. Gleichzeitig soll dazu beigetragen werden, dass die Natur und die Menschen geschützt und geschätzt werden und damit ein Zugang zu ganz besonderen Momenten ermöglichen, die das Herz berühren und das Leben bereichern.

Nun gilt es, in den nächsten Jahren diese gemeinsame Linie auch in den Orten und Betrieben bewusst umzusetzen, Geschichten hierzu zu erzählen, neue attraktive Angebote und Erlebnisse zu schaffen beziehungsweise bestehende Angebote in Wert zusetzen.

„Mit diesem Vorgehen haben wir gute gemeinsame Grundlagen geschaffen, die es nun gilt weiterzuentwickeln und auf allen Ebenen umzusetzen“, sagt Zinnecker zur Strategie. Dies strebt sie gemeinsam mit dem neu gewählten zweiten Vorsitzenden, allen 31 Mitgliedsgemeinden und den vielen weiteren touristischen Vertretern an.

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