Prof. Dr. Michael Succow zu Besuch bei der Allgäuer Moorallianz

20.8.2019 Landkreis Ostallgäu. Bei einem Sommerbesuch hat der Moorexperte Prof. Dr. Michael Succow mehrere Moorgebiete des Naturschutzgroßprojektes besichtigt.

Bei dem Besuch wurden insbesondere die Vielfältigkeit der Allgäuer Moore sowie bislang umgesetzte Renaturierungsmaßnahmen aufgezeigt.

Nach nunmehr zehn Jahren Laufzeit der Allgäuer Moorallianz informierte sich der emeritierte Biologieprofessor und Moorexperte aus Greifswald dabei intensiv über den aktuellen Stand des Naturschutzgroßprojektes. Dabei standen einige naturkundlich besonders interessante Gebiete im Sulzschneider Wald und im Kempter Wald auf dem Programm, in denen bereits Renaturierungsmaßnahmen durchgeführt wurden.

Die beiden Landkreise Oberallgäu und Ostallgäu sind Träger dieses bis 2022 laufenden Vorhabens, das im Rahmen eines Bundesförderprogrammes betrieben wird. Michael Succow war seinerzeit Mitglied der Jury.

Succow hatte bereits im Jahr 2008, vor Projektbeginn, das Gebiet besucht. Der Moorexperte zeigte sich begeistert von der noch vorhandenen Standort- und Artenvielfalt, welche in anderen Teilen Deutschlands bereits weitgehend verschwunden ist. Ebenso hob er die Bedeutung der Moore als Kohlenstoffspeicher hervor. Daher sei es umso wichtiger, den Erhalt und den langfristigen Schutz der Moorgebiete weiter voranzutreiben. In diesem Zusammenhang würdigte Succow die bislang geleisteten Arbeiten der Allgäuer Moorallianz. Nicht zuletzt seien authentische Reste der Naturlandschaft auch für das Naturerleben des Menschen sehr bedeutsam.

Der bekannte und im Naturschutz überaus engagierte Ökologe Michael Succow war im Wendejahr 1990 kurze Zeit stellvertretender Minister für Umwelt der DDR-Regierung und gilt als Initiator des „Nationalparkprogrammes“ und damit der Entwicklung zukunftsweisender Schutzkonzepte auf dem Gebiet der ostdeutschen Länder kurz vor der Wiedervereinigung.

Succow ist Träger des Right Livelihood Award („Alternativer Nobelpreis“). Mit dem Preisgeld initiierte er eine Stiftung, die seinen Namen trägt. Er ist noch immer sehr engagiert im Naturschutz in Deutschland und in vielen anderen Ländern, er berät Regierungen und Verwaltungen weltweit.

Seine eigene Motivation, für den Moor- und Klimaschutz weltweit zu kämpfen, schöpft der 78-Jährige auch aus der Bewegung der „Fridays for Future“, die sich derzeit mit diesem Thema intensiv auseinandersetzt.

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