Kupferstich „Wageck bey Kempten“

20.2.2020 Börwang im Allgäu. Einmalige Gelegenheit: Durch reinen Zufall gelang es den „Mächlern vom Heimathaus“ vor kurzem einen wertvollen Kupferstich „Wageck bey Kempten“ aus dem Jahre 1720 günstig zu erwerben.

So besitzt das Heimathaus in Börwang jetzt ein wertvolles Zeitdokument. Herrn Stich aus Reicholzried sei Dank dafür. Im „Spendenhäuschen“ des Heimathauses gehen immer wieder mal kleinere Beträge ein – so hat man eine gute Verwendung dafür gefunden!

Informationen zum Kupferstich: Gefertigt hat ihn der damals berühmte Augsburger Kupferstecher Jeremias Wolff (1663 – 1724) im Jahre 1720 sicher im Auftrag vom damals regierenden Fürstabt Rupert von Bodmann (reg. 1678 – 1728), also vor genau 300 Jahren! – Im Mittelpunkt der Grafik steht die mittelalterliche „Burg Wagegg“ mit dem großen Bergfried und die mächtige Umfassungsmauer auf dem riesigen Nagelfluhfelsen.

Darunter liegt das 1715 von Fürstabt Bodmann im Barockstil in Auftrag gegebene „Schloss Fürstenlust“, das dann im Sommer der Lieblingsaufenthalt der regierenden Fürstäbte wurde.

Unterhalb des Schlosses ist auch der damals vergrößerte Wagegger Weiher zu erkennen. – Nun die große Frage? Die Historiker sind sich nicht einig, ob Wagegg am Ende der Bauzeit jemals so als Gesamt-Bauwerk existiert hat.

Es gibt andere Grafiken und Gemälde, auf denen die Burg nicht mehr abgebildet ist. Wurden etwa die Steine der alten Burg für das große neue Schloss gebraucht? – Es liegt vieles im Dunklen.

Bekanntlich wurde das Schloss nach der Säkularisation im Jahre 1806 vom neuen Besitzer, dem Königreich Bayern, verkauft und das Hauptgebäude bereits 1807 abgebrochen – leider!

Ein unwiderruflicher historischer Verlust! – Der gerahmte Kupferstich (Format ca. 20×30) ist jetzt im Wagegg-Zimmer, gleich neben der Tür rechts, ab sofort zu bewundern. Werdet neugierig!

Der nächste Öffnungstag ist der kommende Sonntag, der 1. März, von 14 bis 17 Uhr – wieder mit der interessanten und informativen Webvorführung.

„Wageck bey Kempten“ im Heimathaus Börwang (Foto: HK)
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