100 Jahre Leonhardiritt Börwang

Sonntag, 7. November 2021

7.11.2021 Börwang/Oberallgäu. Seit 1921 werden im AllgäuDorf Börwang der Leonhardiritt und das Leohardsfest zelebriert.

Heuer, am 7.11.2021, wurde das 100-jährige Jubiläum bei schönstem Wetter gefeiert.

Nach der Andacht vor der Börwanger Leonhardkapelle, ging es um kurz nach 14 Uhr los mit dem traditionellen Leonhardiritt durch das idyllische Börwang, begleitet von der Musikkapelle Haldenwang.

Anschließend wurden Reiter, Pferde und Wagen vom Pfarrer gesegnet.

Der Leonhardiritt sollte eigentlich jährlich am 6.11. stattfinden, dem Gedenktag des heiligen Léonard von Limoges.

Im Laufe der Zeit verlagerte sich das Ereignis auf einen der benachbarten Sonntage.

Der heilige Léonard wird seit dem 11. Jahrhundert besonders in Altbayern verehrt, als Nothelfer und Schutzpatron für das Vieh, insbesondere für die Pferde.

Über Léonard von Limoges gibt es nur sehr vage Angaben: Er soll im Jahre 500 gewirkt haben, nach seiner Erziehung durch Erzbischof Remigius von Reims lehnte er das Amt des Bischofs ab und zog stattdessen in die Wälder von Pauvain, wo er Hilfsbedürftigen und Kranken predigte und sich für Gefangene einsetzte.

Durch seine Gebete sollen sich auf wundersame Weise die Fesseln der Gefangenen gelöst haben.

Leonhard von Limoges, Léonard-de-Noblat, soll, so die Überlieferungen, die hochschwangere Königin gerettet haben, als bei ihr plötzlich die Wehen einsetzten.

Das Königspaar jagte damals in den Wäldern von Limoges, jedoch lag die Königin in den Wehen und fing laut an zu schreien. Die Schreie hörte Leonhard und eilte der Königin zur Hilfe. Er rettete ihr und ihrem Kind das Leben.

Zum Dank wollte der König ihm Reichtümer schenken – der heilige Léonard wünschte sich jedoch nur ein Stück Land mit ein wenig Wald.

Im Andenken an die königliche Schenkung wurde das Gebiet lateinisch Nobiliacum („Ort der Edlen“) genannt, woraus später das Kloster Noblat wurde, das heute noch besteht. Besonders sehenswert die Eglise Saint-Léonard.

Léonard-de-Noblat wurde am 6. November 559 in seinem Gebetshaus beigesetzt.

Saint-Léonard gilt seitdem als Schutzpatron derer, „die in Ketten liegen“, also der Gefangenen – aber auch der „Geisteskranken“, die man bis ins 18. Jahrhundert ankettete.

Nach der Reformation wurde er auch Schutzpatron von Haustieren, insbesondere der Pferde, weil man die Ketten, mit denen er abgebildet wurde, irrtümlich als Viehketten deutete.

Das AllgäuDorf Börwang und der heilige Léonard – ein Band, das Jahrhunderte hält…

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